Kaninchen leiden auch!

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Kaninchen können nicht auf ihr Leid aufmerksam machen, wie beispielsweise ein Hund oder eine Katze dies tun würden.

Damit Sie alles richtig machen, haben wir Ihnen die wichtigsten Details zusammen gestellt.

Ursprung

Wildkaninchen wurden vor fast 900 Jahren aus Spanien ins restliche Europa eingeführt und domestiziert. Im Laufe der Jahre entstanden viele Rassen und Farbschläge. Kaninchen haben dem Menschen über Jahrhunderte als Fleisch- und Felllieferant gedient. Außerdem wurden und werden Kaninchen immer noch massenhaft in Tierversuchen "verbraucht" und dienen uns als beliebtes Heimtier. Entgegen der landläufigen Meinung haben Kaninchen mit Hasen nichts gemeinsam. Es handelt sich um ganz verschiedene Tierarten, so ist eine Paarung von Feldhasen und Wildkaninchen nicht möglich.

Artgerechte Kaninchenernährung

Kaninchen haben einen Stopfmagen bzw. -darm. Sie müssen kontinuierlich fressen, damit sie Kot absetzen können. Ihr Darm bewegt sich im Gegensatz zu unserem nur geringfügig. Deswegen sind Kaninchen auf das Nachschieben des Futterbreis durch Fressen angewiesen. So nehmen sie über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich.
Damit unsere Kaninchen auch Tag und Nacht fressen können und ihre Verdauung in Schwung halten, sollte ihnen immer rohfaserreiches Futter wie Wiese und/oder Heu zur Verfügung stehen.
Vor allem der Rohfaseranteil des Futters beeinflusst die Darmtätigkeit. Bei einer geringen Rohfaseraufnahme bewegt sich der Futterbrei nur langsam durch den Darm. Dies kann zu Verdauungsschwierigkeiten oder schlimmstenfalls zum Erliegen der Darmtätigkeit führen, was beim Kaninchen schnell lebensbedrohlich werden kann.
Nicht nur die Verdauung selbst profitiert von einer rohfaserreichen Ernährung. Auch eine optimale Zahnabnutzung wird gewährleistet. Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang und nutzen sich durch die Mahlbewegungen beim Zerkauen von Grünfutter/Frischfutter und Heu sowie beim Nagen an Ästen ab.  
Obwohl die Kaninchen den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Frischfutter decken, brauchen sie trotzdem einen frei zugänglichen Wassernapf. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden.

Auf Fertigfuttermischungen, die im Handel oft angeboten werden, sollte man verzichten. Sie erhalten oft zuviel Zucker, Getreide und Stärke. Dieses kann vom Kaninchen nur schlecht verdaut werden, da der Organismus des Kaninchens auf dieser Verwertung nicht ausgelegt ist.

Bei Fragen können Sie siuch gerne an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die richtige Haltung

Wo und wie halte ich mein Kaninchen?

Kaninchen werden großteils nicht ihren Ansprüchen entsprechend gehalten. Die "normale" Kaninchenhaltung besteht meist aus einem viel zu kleinen Stall, in dem die Tiere einzeln und ohne Bewegungsmöglichkeit und Kontakt zu anderen Kaninchen untergebracht sind. In vielen Ratgebern und Zoofachgeschäften existiert immer noch der Irrglaube, dass Kaninchen nicht viel Bewegung brauchen.

Ihr Bewegungsdrang ist riesengroß

Um den Bewegungsdrang dieser Tiere zu erleben, muss man nur mit offenen Augen durch die Natur gehen und sich die wilden Artgenossen beim Spielen, Rennen und Flüchten anschauen. Die Hauskaninchen haben den gleichen Bewegungsdrang. Sie wollen Gänge und Höhlen graben, mit Artgenossen kuscheln, blitzschnell bei Gefahr in einem sicheren Versteck unterschlüpfen.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen sich so ein Tier anzuschaffen, überlegen Sie sich ob Sie Ihrem Haustier all das bieten können.

Das Leiden beginnt

Ein isoliert gehaltenes Kaninchen, welches als Schmusetier angeschafft wurde, entwickelt sich oft zum "bissigen Tier", das alles angreift, was in seinen Käfig packt. Meistens landen diese unverstandenen Tiere im Tierheim. Und natürlich ist dann auch das Tier schuld, doch welche andere Möglichkeit hätte es gehabt seinen Unmut über die Langeweile und den Platz und Bewegungsmangel auszudrücken?

Wenn ein Kaninchen in der Wohnung lebt, zeigt es bei seinen täglichen Ausflügen meist normales Artverhalten. Das wird von den Besitzern oft als Unsinn angesehen, es ist aber lediglich der Versuch sich seiner Art entsprechend zu verhalten. So wird ein guter Teppich schnell zum Kaninchenklo umfunktioniert, es wird versucht sich in der Couch einzubuddeln, die Tapeten werden von den Wänden gekratzt und die Stromkabel sind auch nicht sicher und werden angeknabbert oder durchgenagt. Für viele Kaninchen endete das schon tödlich.

Die genannten Verhaltensweisen sind für den Besitzer zwar ärgerlich, für das Kaninchen aber die einzige Möglichkeit sein Wohnungsleben artgerecht zu gestalten.

Kaninchen sind im wesentlichen Nagetiere, sie verbringen ihre Zeit damit, Höhlen zu buddeln, Äste zu benagen, miteinander zu spielen, bei Gefahr zu flüchten, usw. Viele dieser Verhaltensweisen können in einer Wohnung nicht ausgelebt werden, also werden Ersatzäste zum Nagen (Stromkabel), Ersatzerdhügel zum Höhlenbauen (Couch), usw. gesucht.

Auch wenn Sie sich über einige Dinge ärgern, die Ihr Kaninchen während seines Freilaufs „anstellt“, wir müssen unseren Kaninchen diese Abwechslung zum langweiligen Käfigleben bieten. Bevor Sie Ihr Kaninchen zu einer lebenslangen Käfighaltung verdonnern, versetzen Sie sich einmal in die Lage des Tieres. Stellen Sie sich vor in einem Raum leben zu müssen, in dem Sie gerade stehen können und sich hinlegen können.

Ihre einzige Abwechslung ist die tägliche Futtergabe, sonst können Sie nur im Kreis laufen und durch Gitter nach draußen schauen. Ich denke, dass ist für kein Lebewesen ein wünschenswerter Zustand.

Freigehege als Alternative

Bei einer Außenhaltung gestaltet sich die artgerechte Haltung meist einfacher. Wenn wir von Außenhaltung sprechen, meinen wir ein Leben in einem genügend großem Gehege mit Schutzhütte und Versteckmöglichkeiten und nicht die Unterbringung in einem viel zu kleinen Baumarktstall hinter der Garage oder wenn das Tier noch mehr Pech hat in der Garage, wo die Hälfte des Tages keinerlei Licht hinkommt.

In einem ausreichend großem Freigehege können Kaninchen ganzjährig untergebracht werden. Das Gehege sollte mit stabilem Zaun eingezäunt werden, den man am besten ein Stück in den Boden eingräbt. An der Innenseite des Zauns können Bodenplatten verlegt werden, diese hindern die Kaninchen daran sich auszubuddeln.

Das Gehege muss gegen Sonne, Regen und Raubtiere geschützt werden und eine isolierte Schutzhütte als Unterschlupf und Schlafplatz haben. Kaninchen, die schon im Frühjahr oder Sommer ein solches Gehege beziehen, können den Winter über problemlos dort leben. Bedenken Sie immer, dass Kaninchen mit Kälte wesentlich besser zurecht kommen, als mit Hitze.

Bei der Gestaltung des Geheges sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ein erhöhter Sitzplatz, der als Aussichtspunkt genutzt wird, ist wichtig, ebenso eignen sich Plastikrohre, die im Boden verankert werden müssen, gut zum Spielen und Verstecken. Sie werden Ihren Kaninchen bald bei Ihren natürlichen Verhaltensweisen zu gucken können. Nach einiger Zeit wird das Gehege eine stattliche Anzahl von Höhlen und Gängen aufweisen, in die die Kaninchen bei Gefahr flüchten können oder bei Hitze und Kälte ausruhen können.

Wie groß soll ein Käfig für mein Kaninchen sein?

Die viel gestellte Frage nach der optimalen Größe eines Kaninchenkäfigs kann nicht generell beantwortet werden. Ein Käfig kann nie zu groß sein, bedenken Sie, dass die Tiere fast ihr ganzes Leben dort untergebracht sind. Selbst wenn sie einige Stunden am Tag Freilauf in der Wohnung haben, sind sie den Großteil ihres Lebens im Käfig.

Als Orientierungsgröße gilt: Ein Quadratmeter Fläche für zwei Zwergkaninchen und der Käfig muss so hoch sein, dass sich das Kaninchen auf die Hinterbeine setzen kann ohne mit den Ohren oben anzustoßen. Wenn es sich um größere Kaninchenarten handelt, muss der Käfig dementsprechend größer sein. Bedenken Sie bevor Sie sich ein Kaninchen anschaffen, dass ein Leben im Käfig nicht artgerecht ist. Wenn Sie aufgrund von äußeren Umständen Zweifel haben, dem Kaninchen täglichen Freilauf in Ihrer Wohnung zu geben, sollten Sie sich kein Kaninchen anschaffen.

Nicht alle Kaninchen verstehen sich

Zum Thema "Geselligkeit" gibt es einiges zu beachten: nicht alle Kaninchen vertragen sich gut miteinander. So ist es z.b. teilweise problematisch, zwei erwachsene fremde Weibchen miteinander zu vergesellschaften, zwei erwachsene Männchen "verlieben" sich nie ineinander, sondern bekämpfen sich mehr oder weniger stark.

Ideal: ein Weibchen und ein kastriertes Männchen

Tiere, die miteinander aufwachsen, vertragen sich in der Regel gut. Die unproblematischste Lösung ist es, ein Weibchen und ein kastriertes Männchen zusammen zu halten (kastriert aus dem Grund, damit Sie nicht in kürzester Zeit vor einer Flut von Kaninchen stehen, die niemals alle gut untergebracht werden können). Zwei kastrierte Männchen vertragen sich übrigens auch gut.

Achtung bei Jungtieren

Wenn Sie sich für zwei Jungtiere entschieden haben, sollten Sie möglichst bald einen Tierarzt aufsuchen, der das Geschlecht der Tiere feststellt. Viele Kaninchenbesitzer haben schon ihr blaues Wunder erlebt, wenn eine von den zwei angeblichen Häsinnen auf einmal tragend ist oder die beiden miteinander bis aufs Blut kämpfen, weil es sich doch um zwei Böcke handelt. Leider arbeitet in den meisten Zoohandlungen kein Fachpersonal, dass das Geschlecht einwandfrei feststellen kann.

Tipp

Wenn Sie sich für ein Kaninchen-Pärchen interessieren, wenden Sie sich an die umliegenden Tierheime. Dort warten meist Pärchen auf eine Vermittlung und der Kaninchenbock ist schon kastriert, so dass Sie keine Überraschungen mehr erwarten.

Gemeinsam einsam: Kaninchen und Meerschweinchen

Oft wird die Haltung von einem Kaninchen und einem Meerschweinchen empfohlen. Das ist vielleicht hübsch anzuschauen, entspricht aber nicht den Bedürfnissen der Tiere. Diese beiden Tierarten sind vollkommen unterschiedlich in Körpersprache und Verhalten, sie können zwar nebeneinander herleben, entwickeln aber meist keine Beziehung zueinander, wie sie das mit Artgenossen tun würden. Das Meerschweinchen ist dem Kaninchen körperlich vollkommen unterlegen, oft wird es gejagt oder sogar gebissen. Das bedeutet für das Tier permanenten Stress und in einer Käfighaltung gibt es kein Entkommen. Deshalb überlegen Sie sich für welche zwei Tiere Sie sich entscheiden wollen, entweder zwei Kaninchen oder aber zwei Meerschweinchen.

Welche Krankheiten kann mein Kaninchen bekommen?

Kaninchen müssen regelmäßig gegen die zwei (für Kaninchen) ansteckenden Krankheiten Myxomatose und Chinaseuche geimpft werden. Am besten lässt man das alle sechs Monate machen, da die Krankheiten recht häufig vorkommen und auch immer tödlich enden. Ansteckungsgefahr besteht entweder durch Kontakt zu Wildkaninchen oder aber auch durch infiziertes Grünfutter.

Häufig auftretende Krankheiten bei Kaninchen sind

  • Erkältungskrankheiten und Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung);
  • Knochenbrüche sind oft das Resultat falscher Handhabung durch den Besitzer (sprich: fallen gelassen!).
  • Ein oft auftretendes Problem (vor allem bei Zwergkaninchen) sind Zahnanomalien, d.h. die Zähne nutzen sich durch Fehlstellung bedingt nicht richtig ab (hier hilft nur der regelmäßige Gang zum Tierarzt, der die Zähne kürzt!).
Warum greift mich mein Kaninchen an, wenn ich in den Stall fassen will?

Wenn Sie sich für ein Kaninchen entschieden haben, bedenken Sie immer, dass es sich um ein Fluchttier handelt. Bewegen Sie sich nicht hektisch, gehen Sie langsam und ruhig mit Ihrem Kaninchen um, Kaninchen erschrecken sich sehr schnell. Viele eignen sich auch nicht als Streicheltiere, es ist also oft völlig normales Verhalten, wenn Sie Ihr Kaninchen nett streicheln wollen und die Reaktion auf Ihren Annäherungsversuch Knurren, Kratzen und Beißen sind. Versetzen Sie sich in die Lage des Tieres und überlegen Sie warum es so reagiert hat.

Vielleicht haben Sie es zu sehr bedrängt, es saß in einer Ecke und konnte vor Ihrer Hand nicht "flüchten". In so einer Situation bleibt einem Kaninchen nichts anderes über, als zu versuchen Sie zu verjagen.

 

Die beste Therapie für ein solches Verhalten ist dem Tier die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Nehmen Sie es aus dem Käfig (am besten von oben, dann kann es Sie nicht abwehren) und lassen Sie es in einem Raum laufen, Sie werden bald merken, dass es von ganz alleine zu Ihnen kommt und versucht Kontakt aufzunehmen - ohne Sie anzugreifen.

 

Bei jedem Kontakt mit dem Tier sollten Sie bedenken, wie stressempfindlich Kaninchen sind. Ihr Herzschlag kann schnell in bedrohliche Frequenzen hochschießen und nicht selten sterben die Tiere dann an Herzschlag. So kann zum Beispiel die bloße Anwesenheit eines Hundes oder einer Katze zum Tod des Tieres führen. Lassen Sie also bitte nicht Ihre anderen Haustiere mit dem Kaninchen unbeobachtet zusammen und vermeiden Sie so gut es geht Stresssituationen.

 

 

 

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